Gitarrentage 2012

Erfolgreiche Schorndorfer Gitarrentage


Das diesjährige Festival endete am Sonntag, 20. Mai mit dem ausverkauften Abschlusskonzert
Das Kulturforum Schorndorf vermeldet einen großen Erfolg ihrer 18. Schorndorfer Gitarrentage. Am vergangenen Sonntag endete das Festival mit dem ausverkauften Abschlusskonzert. Die rund einhundert Teilnehmer zeigten ihre Erträge aus den insgesamt acht Workshops. Gezeigt wurden unterschiedliche Spielarten der Gitarre: Weltmusik, Celtic Fingerstyle, Acoustic Blues und ganz viel Rockmusik. Die von Wolfgang Schmid zusammengestellte Band bestand aus 19 Mitgliedern, besetzt mit zwölf Bassisten und Gitarristen, drei Schlagzeugern und Percussionisten, zwei Keyboardern, einem Trompeter und einem Bluesharper. Beim Abschlusskonzerte spielten sie alle zusammen und bewiesen musikalische Größe. Nach diesem Highlight trafen sich alle Dozenten noch einmal auf der Bühne und verabschiedeten sich mit dem traditionellen „Dozentenblues“. Ein stimmiger Abschluss eines gelungenen Festivals.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gitarrentage kamen dieses Jahr von nah und fern. Es gab einen Teilnehmer aus der Schorndorfer Partnerstadt Tuscaloosa in den USA, ein Teilnehmer reiste aus Wien an und ein paar aus der Schweiz. Innerhalb Deutschlands legte man auch sehr viele Kilometer zurück. Angereist wurde aus Schleswig-Holstein, Hessen, Nordrhein-Westfahlen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und natürlich aus Baden-Württemberg. Aus Schorndorf machten rund 15 Musikerinnen und Musiker mit. 13 Teilnehmer waren unter 18 Jahren.

Noch weitere Anfahrtswege hatten die Dozenten der Schorndorfer Gitarrentage. Das Kulturforum Schorndorf holte Dave Martone mitsamt Triobesetzung aus Vancouver, Kanada. Auch Tony McManus reiste aus Kanada an, der Fingerstyler mit schottischen Wurzeln lebt in der Nähe von Toronto. Der gebürtige Frankfurter Torsten de Winkel lebt inzwischen in New York, Karim Baggili nahm den Weg von Belgien auf sich, Marcus Deml fuhr von Hamburg nach Schorndorf, Peter Crow C. und Wolfgang Schmid leben beide in München. Nur einer konnte nach dem anstrengenden Tagwerk zu Frau und Kindern zurück, der Rockgitarre-Dozent Mick Scheuerle aus dem Rems-Murr-Kreis.

Die Konzerte waren alle sehr gut besucht. Rund 200 Besucher meldet das Kulturforum pro Abend. Die Akustiknacht am Mittwoch und das Abschlusskonzert am Freitag waren mit rund 250 Besuchern ausverkauft. Und das zu Recht. Für große Begeisterung sorgte Karim Baggili in der Akustiknacht. Während er live auf der Bühne seine träumerische Musik auf Gitarre und Oud spielte, begleitete er sich selbst auf einer neben ihn stehenden Video-Leinwand. Dort war er gleich dreimal zu sehen, spielte Percussion, Schlagzeug, Oud, akustische und elektrische Gitarre. Sogar Ansagen auf Deutsch machten seine Leinwand-Doppelgänger. Diese Art Performance hatte in Schorndorf Premiere und kam so gut an, dass der Belgier mit jordanisch-jugoslawischer Herkunft weiter daran arbeiten möchte.

Ein weiteres Konzerthighlight war die in Kooperation mit dem Jazzclub Session 88 umgesetzte Jazznacht am Freitag. Torsten de Winkel und Wolfgang Schmid taten sich speziell für die Schorndorfer Gitarrentage zusammen. Sie formierten eine Besetzung um sich, die es so noch nicht gegeben hat. Sie holten sich den Trompeter Joo Kraus dazu, mit dem beide bereits in anderen Projekten spielten. Mit Wolfgang Schmid spielte der Jazz-Award-Preisträger beispielsweise Kick-Alben ein, mit Torsten de Winkel ist er seit 25 Jahren durch gemeinsame Arbeiten wie „Humanimal Talk“ und „Tab Two“ verbunden. In der Jazznacht griffen die drei Spitzenmusiker alte Stücke wieder auf und arrangierten sie neu. Zwei Schlagzeuger, Guido May und Tobias Backhaus und der Tabla-Meister Nantha Kumar bildeten die Power-Rhythm-Section. Guido May ist ein langjähriger Kollege Wolfgang Schmids, Tobias Backhaus und Nantha Kumar spielen mit Torsten de Winkel im Bimbache openART Projekt auf der kanarischen Insel El Hierro. Ergänzt wurde das musikalische Spektakel mit einer kunstvollen, technisch sehr aufwändigen Video-Show.

Die Schorndorfer Gitarrentage könnten ohne ehrenamtliche Mitarbeit nicht stattfinden. Die Gruppe, die das Programm des Festivals plant besteht aus sechs bis acht engagierten und musikbegeisterten Menschen, meist selbst Musiker und Gitarristen. Sie bringen ihr Wissen in die Festivalplanung ein, schlagen die Dozenten vor und legen zusammen mit der Geschäftsstelle des Kulturforums das Konzertprogramm fest. Bei der Festivaldurchführung unterstützen sie beim Auf- und Abbau sowie Umbau und der Künstlerbetreuung. Weitere  zehn ehrenamtlich tätige Mitarbeiter engagierten sich dieses Jahr beim Einlass der Konzerte und am CD-Verkaufsstand. Das Kulturforum Schorndorf dankt sehr herzlich für diese wichtige Unterstützung. Weiterer Dank geht an die VHS und die Jugendmusikschule Schorndorf für die unkomplizierte Bereitstellung der Räume für die Workshops.

Der Tradition gemäß gibt es nach drei Jahren, in denen die Schorndorfer Gitarrentage stattfinden, ein Pausenjahr. Der aktuelle Zyklus ist nun vorbei, die nächsten Schorndorfer Gitarrentage finden also erst wieder im Jahr 2014 statt. Das Programm dafür ist Ende 2013 zu erwarten.


 

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